Wutausbrüche deines Kindes begleiten

Dein Kind schreit und tobt. Warum, weiß es schon gar nicht mehr so genau. Beruhigen und Zurückschreien sind gescheitert. Wenn das so weiter geht, werden die Nachbarn dich noch für verrückt erklären. Du würdest alles geben, um das Geschrei zu beenden und endlich wieder zu deinem Kind durchzudringen. Sina Fricke ist selbst Mutter und kennt solche Situationen nur zu gut. Als Mentorin für zahllose Mütter kennt sie den Ausweg.

Sina Fricke
Sina Fricke

Mentorin, Dozentin und Gründerin. Sina Fricke kümmert sich um Erziehungs- und Familienprobleme.

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Wutanfälle, Wutausbrüche, Gefühlsstürme. Viele Begriffe für ein und das selbe Gefühl: Wut. Wut ist nichts Schlimmes. Es ist ein Gefühl wie jedes andere auch — vielleicht ein bisschen lauter als die anderen. Wut setzt Energie frei und macht deutlich: Das Maß ist voll. Umso wichtiger, dass du lernst mit Wut vernünftig umzugehen. Das gilt übrigens nicht nur für die Wut deines Kindes. Ein vernünftiger Umgang mit deiner eigenen Wut ist genauso wichtig.

In diesem Artikel erfährst du warum Kinder Wutanfälle haben und wie du mit ihnen umgehen kannst.

Warum haben Kinder Wutanfälle?

Wutanfälle sind die Spitze des Eisbergs, der gerissene Geduldsfaden und das übergelaufene Fass. Wutanfälle sind das Ergebnis angestauten Frusts. Sammelt dein Kind zu viel Frust, platzt er unweigerlich bei nächster Gelegenheit heraus. Das nennen wir dann einen Wutanfall.

Kind mit Wutanfall
Ein Wutanfall ist die Spitze des Eisbergs

Gelegenheiten Frust zu sammeln gibt es viele: Keine Süßigkeiten vor dem Essen, krank statt Kindergarten, Fernsehzeit abgelaufen. Du kennst sicher ein eigenes Beispiel. Jedes Kind wird zunächst versuchen solch einer frustrierenden Situation durch die üblichen, kindlichen Taschenspielertricks zu entkommen. Es könnte etwa austesten, ob Papa eine bessere Antwort gibt, oder versuchen, dich durch hingebungsvolles Gebettel umzustimmen. Gelingt das nicht, steht dein Kind am Scheideweg. Entweder es gelingt dem Kind den Frust zu ertragen, oder aber es sammelt den Frust ohne ihn adäquat zu durchleben. Letzteres ist der schlechte Fall. Das hast du dir sicher schon gedacht. Der Kreis schließt sich mit dem nächsten Auslöser. Der kanadische Entwicklungspsychologe Gordon Neufeld nennt dieses Modell den Frustkreislauf.

Ein Beispiel: Emil möchte einen Schokoriegel. Mutter Sonja hält das kurz vor dem Mittagessen für keine gute Idee und lehnt ab. Emil spürt die Enttäuschung in sich aufsteigen. Er läuft zu Vater Anton, der sich auch gegen einen Schokoriegel vor dem Essen ausspricht. Emils Enttäuschung wächst. Es war ihm nicht möglich, die Situation in seinem Sinne zu verändern. Bevor Emil die Vergeblichkeit spüren und ertragen kann, lenkt Papa Anton ihn so geschickt ab, dass er den Ärger für den Moment vergisst — bis zum nächsten Auslöser, der Emils Fass vielleicht zum Überlaufen bringt.

Was tun, wenn Kinder Wutanfälle haben?

Das Wichtigste ist zugleich das schwierigste: Aushalten. Ein kreischendes Kleinkind auszuhalten ist keine leichte Aufgabe. Wenn du dich für diesen Artikel interessierst, hast du damit wahrscheinlich schon eigene Erfahrung. Die Lautstärke, der massive Gegenwille und die Tatsache, dass solche Gefühlsausbrüche immer auftreten, wenn du es so überhaupt nicht gebrauchen kannst, lösen vermutlich viel in dir aus — zumindest geht es mir so.

Dennoch ist das gemeinsame Aushalten des Gefühlssturms elementar wichtig. Gemeinsam deswegen, weil dein Kind ganz offensichtlich deine Unterstützung beim Umgang mit dem angestauten Frust benötigt. Gemeinsam aushalten bedeutet vor allem anwesend zu sein, ein sicherer Hafen im Sturm der Gefühle zu sein. Das kann eine Weile dauern. Sei geduldig, stelle deinen eigenen Frust zurück (und löse später auf!) und bleib bei deinem Kind.

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Wenn du den Eindruck hast, dass dein Kind sich allmählich beruhigt, kann du den nächsten Schritt gehen. Dass es soweit ist erkennst du etwa daran, dass dein Kind wieder ansprechbar ist. Der nächste, finale Schritt besteht darin, dein Kind aufzufangen. Nach dem Gefühlssturm alias Wutanfall tritt eine gewisse Leere ein. Die Situation kann sich für Kinder irgendwie ungeklärt anfühlen. Durch vorsichtiges Auffangen hilfst du deinem Kind zurück in die Normalität.

Taste dich verbal vor. Lasse mit Worten Revue passieren, was du glaubst, was gerade geschehen ist. Du kannst auch Fragen stellen, um herauszufinden, wie dein Kind die Situation erlebt hat. Auf diese Weise hilfst du deinem Kind den Zugang zu seinen Gefühlen zu finden. Die Chance, beim nächsten Frust rechtzeitig den Ausweg zu wählen, wächst so langsam, aber sicher. Darüber hinaus ist es auch für uns Erwachsene eine schöne Übung.

So solltest du besser nicht reagieren

Die 3 schlechtesten Reaktionen auf einen Wutanfall

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